Niedersächsischer Forschungsverbund Gestaltung altersgerechter Lebenswelten

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Projektstruktur

Der Forschungsverbund hat sich bewusst inter- und multidisziplinär konstituiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Geriatrie, Gerontologie, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Pflegewissenschaft und Rehabilitationspädagogik arbeiten landesweit und universitätsübergreifend zusammen. GAL ist dabei so angelegt, dass parallel zu einer empirischen Erhebung der Bedarfe und Ressourcen an den grundlegenden technischen Voraussetzungen anhand exemplarischer Szenarien gearbeitet werden kann, so dass am Ende der Projektlaufzeit nicht nur einzelne konkrete technische Lösungen stehen, sondern auch weitere Ergänzungen und Modifikationen absehbar werden, die die weiterführende Gestaltung von Informations- und Kommunikationstechnik zur Gewinnung und Aufrechterhaltung von Lebensqualität, Gesundheit und Selbstbestimmung in der zweiten Lebenshälfte empirisch fundiert anleiten können:

  • Auf technischer Seite soll eine grundlegende Infrastruktur erarbeitet werden, die die verschiedenen Anforderungen auf einer Plattform integrieren kann. Dieses System soll modular erweiterbar und in Privathaushalten problemlos nachrüstbar sein, eine leichte Anpassung an sich verändernde Bedarfslagen ermöglichen, kein aufwendigen Installations- und Wartungsarbeiten mit sich bringen bzw. die Möglichkeiten der Fernwartung nutzen, situationsgerechte Bedienbarkeit mittels sprachlicher Kommunikation ermöglichen sowie in breiter angelegten Telematik-Infrastrukturen integrierbar sein. Dabei werden in vier konkreten Anwendungsfeldern exemplarische Lösungen erarbeitet, die grundlegende Aspekte der anvisierten technischen Infrastruktur, aber auch differenziert die Anforderungen des Erhalts von Selbständigkeit und Lebensqualität in der zweiten Lebenshälfte abdecken.

  • Auf sozialwissenschaftlicher Seite sollen a) mittels einer repräsentativen Befragung die sozialen und psychischen Voraussetzungen und Konsequenzen, Chancen und Probleme des Einsatzes von Technik in alternsgerechten Lebenswelten insbesondere mit Blick auf die zukünftigen Älteren und ihre spezifischen Bedarfe und Ressourcen sowie die (potentiellen) Unterstützungspersonen erhoben werden, b) in einem feldtheoretischen Zugang mit Hilfe von Experteninterviews und systematischen Literaturanalysen die Barrieren und Gestaltungsmöglichkeiten altersgerechter Lebenswelten spezifiziert und dabei auch die Möglichkeiten technischer Unterstützung der Pflegenden sowie solcher Personengruppen untersucht werden, die mit repräsentativen Befragungen nicht oder nur unter sehr hohem Aufwand erreicht werden können (z. B. Hochaltrige, Pflegebedürftige, ältere Menschen mit Behinderung, ältere Migranten, Personengruppen in Rehabilitationsmaßnahmen und Heimen), und c) die exemplarischen technischen Lösungen sozialwissenschaftlich angeleitet, begleitet und schließlich evaluiert werden sowie die korrespondierenden ökonomischen Chancen und Probleme bewertet werden.