Niedersächsischer Forschungsverbund Gestaltung altersgerechter Lebenswelten

english version

Persönlicher Aktivitäts- und Haushaltsassistent

Das Ziel dieses Szenarios ist die Entwicklung eines elektronischen Assistenzsystems für die alltägliche Aktivitäten- und Haushaltsplanung. Das System soll bereits eingesetzt werden, bevor bzw. sobald erste altersassoziierte Funktionsverluste auftreten und ermöglicht damit eine Gewöhnung an die neue Unterstützungsform. Es richtet sich daher bereits an Personen im mittleren Erwachsenenalter die möglicherweise an ersten kognitiven Einschränkungen (mild-cognitive-impairement) leiden und soll den Anwender über einen möglichst langen Zeitraum begleiten. Bei den Assistenzfunktionen stehen nicht die Übernahme von Verantwortung oder die technikgestützte Durchführung der Tätigkeiten im Vordergrund, sondern deren Organisation, Strukturierung und deren Erinnerung. Es dient damit zur Aufrechterhaltung geistiger Fähigkeiten und ganz allgemein zur Förderung der sozialen Partizipation und Selbstbestimmung.

Das Assistenzsystem erlaubt die Eingabe von neuen einzelnen oder in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Aufgaben und Terminen, an die der Bewohner erinnert werden möchte. Die Erinnerungen werden abhängig von der Art des Termins, dessen Wichtigkeit, Dringlichkeit, aber auch unter Berücksichtigung eventuell anderer anwesender Personen und Erhaltung der Privatsphäre dargestellt. Die Aufgaben selbst sollen möglichst selbständig erledigt werden. Zusätzlich können auch Ereignisse im Haushalt überwacht und mitgeteilt werden, die eine Aktion des Bewohners erfordern, z. B. wenn vergessen wurde, das Licht in einem Raum auszuschalten oder der Fernseher in der Nacht läuft, obwohl die Person schon schläft. Ein vorrangiges Ziel ist es, die elektronische Unterstützung so zu gestalten, dass sie vom Anwender akzeptiert wird. Da es sich bei der Zielgruppe in diesem Szenario um die ältere Person selbst handelt und nicht um Angehörige oder Pflegepersonal, muss die Nutzungsschnittstelle von älteren Menschen leicht bedienbar sein. Sie soll sich unaufdringlich in die Wohnung des Nutzers integrieren und eine möglichst natürliche, einfache und ubiquitäre Interaktion und Kommunikation erlauben. Solche Interaktionstechniken sowie deren technischen Voraussetzungen sollen entsprechend der Anforderungen entwickelt und auf deren Akzeptanz geprüft werden. Ein Schwerpunkt stellt die akustische Interaktion mit dem Anwender durch Spracherkennung zur Steuerung assistiver Technologien und akustische Erinnerungen dar, da die akustische Modalität als besonders niederschwellig und natürlich angesehen wird.

Ein weiteres Ziel ist es, die Entwicklung von elektronischen Systemen für ältere Menschen im Haushalt konzeptionell und durch Werkzeuge zu unterstützen und so eine einfachere Integration von "ambient-assisted-living"-Anwendungen zu ermöglichen. Die Entwicklungen werden in die GAL-Architektur integriert und werden damit für andere Anwendungen in diesem Projekt nutzbar.

Die Arbeiten an diesem Szenario werden geleitet von Prof. Dr. Susanne Boll und Dr. Jens-E. Appell.

Beteiligt sind die folgenden Partner: FhG-AHSA, HörTech, OFFIS, Uni Oldenburg, Uni Osnabrück sowie ZAG.