Niedersächsischer Forschungsverbund Gestaltung altersgerechter Lebenswelten

english version

Informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz

Mit dem Einsatz neuer assistierender Gesundheitstechnologien entstehen hohe Nutzenpotentiale. Durch solche Technologien können Lebensweisen und Versorgungsformen neu gestaltet werden mit dem Ziel, auch in älter werdenden Bevölkerungen eine hohe Lebensqualität und eine effizientere Versorgung zu ermöglichen. Mit diesen Technologien stehen über den einzelnen Menschen aber auch Daten in einem Maße zur Verfügung, wie es zuvor noch nie der Fall war. Die vor allem über Sensorsysteme - unter Umständen sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag - über lange Zeiträume messbaren Daten (Vitalparameter, Daten zur Bewegung und Ortsbestimmung, ...) bergen im Hinblick auf einen angemessenen Schutz personenbezogener Daten und auf die informationelle Selbstbestimmung des Menschen ein hohes Risiko in sich. Die uneingeschränkte Nutzung dieser Daten, beispielsweise in Arztpraxen, Krankenhäusern oder selbst durch ambulante Pflegedienste, schließt sich aufgrund der neuartigen Quantität und Qualität der vorliegenden Daten aus. Entsprechendes gilt für die Weiterleitung. Die Nutzung der zurzeit üblichen Informationssystemarchitekturen und "Gesundheitstelematikplattformen" ist bei diesen gleichermaßen umfangreichen wie komplexen Daten nicht möglich.

Im Rahmen des Arbeitskreises "Informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz" werden unter Mitwirkung aller an diesem Forschungsverbund beteiligten Institutionen die genannten Probleme analysiert und Lösungen erarbeitet. Der Arbeitskreis wird geleitet durch Dr. Wilfried Thoben, Prof. Dr. Lars Wolf, Prof. Dr. Harald Künemund und Prof. Dr. Hartmut Remmers.