Niedersächsischer Forschungsverbund Gestaltung altersgerechter Lebenswelten

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Im Folgenden sind die Ergebnisse der Jahre 1 bis 3 dargestellt.

Es wurde ein persönlicher Aktivitäts- und Haushaltsassistent (PAHA) zur Erinnerung an anstehende Aktivitäten und Tätigkeiten entwickelt. Im Sinne des nutzerzentrierten Vorgehens wurden auf Basis von Interviews mit Endanwendern und Experten geeignete multimodale Interaktionsmethoden iterativ entworfen und evaluiert. Die dazu notwendigen Technologien zur Darbietung von Informationen im Haushalt durch Akustik (Sprache und Klänge), Licht und Vibration, sowie zur Eingabe von Informationen durch Sprache und zur Lokalisierung wurden erforscht und implementiert. Der PAHA wurde neben der eigentlichen Zielgruppe "jüngere Ältere" auch in Form einer Fallstudie mit Hochbetagten und in der häuslichen Umgebung getestet.

Zur Erkennung von Alltagsaktivitäten, insbesondere der Zubereitung und des Verzehrs von Nahrungsmitteln, wurden Sensoren und Algorithmen entwickelt, in einen Demonstrator integriert und in Laborversuchen insbesondere mit älteren Probenden evaluiert. Punktuell wurden Einzelsensoren auch in Wohnungen allein lebender älterer Menschen installiert und die Daten ausgewertet. Die sehr hohen Erkennungsraten aus der Literatur (80-90 %) konnten unter vereinfachten Laborbedingungen zwar auch erreicht werden, allerdings führen die eingesetzten Methoden unter alltagsähnlichen Bedingungen zu deutlich schlechteren Raten (50-70 %). Neben der Erkennung der Aktivitäten wurde in Experteninterviews die Rahmenbedingungen (Darstellung der Informationen, Adressaten, Datenschutz) für den Einsatz solcher Systeme zur Unterstützung der Pflege diskutiert und die technische Infrastruktur dafür implementiert (persönliche Elektronische Gesundheitsakte).

Zur Sturzerkennung in der häuslichen Umgebung wurde ein Demonstratorsystem, bestehend aus einem Accelerometersystem und einem optischen Sensor inklusive Datenfusion, entwickelt und im praktischen Langzeiteinsatz in Wohnungen sturzgefährdeter Personen erprobt.

Zur Vorhersage von Stürzen wurde ein komplettes klinisches Messlabor aufgebaut, und in einer klinischen Studie wurden 50 Probanden mit einem kombinierten optischen und accelerometrischen Sensorsystem bei spezifischen Aktivitäten in einem Bewegungsparcours (u. a. mit physiotherapeutischen Assessmenttests) vermessen. Durch eine Follow-Up-Studie wurden bei den Probanden stattgehabte Sturzereignisse erfasst.

Zur Unterstützung aller o. g. Demonstratoren wurde die technische Plattform für altersgerechte Lebenswelten prototypisch umgesetzt sowie die benötigte Sensorik und Aktorik angebunden. Für die Interaktion mit Anwendern wurden zum einen die multimodalen Benutzungsschnittstellen integriert, zum anderen ein Modul für Web-basierte grafische Benutzungsoberflächen realisiert, welches für die Systemkonfiguration sowie für die Darstellung der in die Plattform integrierten persönlichen Gesundheitsakte genutzt wird. Module zum Absetzen von Alarmmeldungen, zum Import von Daten aus klinischen IT-Systemen, zur persistenten Datenhaltung, zur Datensicherung, sowie ein Entscheidungsunterstützungssystem auf Basis der HL7 Arden Syntax sind umgesetzt und in die technische Plattform integriert.

In den Querschnittsbereichen wurden u. a. Bedarfe an und Möglichkeiten für technischen Assistenzsysteme - und hier insbesondere die o. g. Entwicklungen - mit Experten, Betroffenen und potentiellen Nutzern erörtert, die Frage dem Bereitschaft zur Techniknutzung theoretisch und empirisch elaboriert, repräsentative Daten zur Einstellung der Bevölkerung erhoben, volkswirtschaftliche Konsequenzen des Einsatzes eruiert, Einschätzungen und Einstellungen professioneller Helfer über qualitative Verfahren eingeholt und nicht zuletzt im Rahmen einer ersten Begleitforschung die Praktikabilität der GAL-Technologien untersucht.

Für den Transfer in Versorgungsstrukturen wurden IT-Architekturen für sensorerweiterte, transinstitutionelle Informationssysteme mit dem Ziel untersucht, Rahmenbedingungen für neue Versorgungsformen mittels assistierender Technologien zu erarbeiten. Hierfür wurde eine Taxonomie für sensorerweiterte, transinstitutionelle Informationssystem-Architekturen des Gesundheitswesens entwickelt. Parallel zu diesen eher grundlagenorientierten Arbeiten wurden die Szenarien des GAL-Forschungsverbundes fortlaufend begleitet und unterstützt.